Uns Menschen in den Weg gestreut

Bibliografische Angaben

Titel: Uns Menschen in den Weg gestreut 

Autor: Marianne Künzle 

Verlag: Zytglogge Verlag 

ISBN: 978-3-7296-0952-5 

Erscheinungsjahr: April 2017 

Seitenzahl: 351 Seiten 

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Eine reale Person neu als Romanfigur erschaffen – kann das gut gehen? Marianne Künzle wagte dieses Unterfangen und begegnete auf ihrer Lesereise einer Zeitzeugin.

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Ein Buch schreiben ist ein Buch schreiben?

Was macht die Arbeit an einem Buch mit einer Autorin? Marianne Künzle lernte während ihrer Recherchen für den Roman “Uns Menschen in den Weg gestreut” viel über Pflanzenheilkunde. Warum der Farn seither eine besondere Rolle in ihrem Leben spielt, erzählt sie in dieser Kolumne.

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Marianne Künzle „Uns Menschen in den Weg gestreut“, Zytglogge

Mai 1921. Benedikt Pradin ist Arzt, 49 und mit seinen ergrauten Schläfen eine stattliche Erscheinung. Er, der immer alles richtig machte, muss erleben, wie selbst ernannte Heiler, Quacksalber und Kurpfuscher seinen Stand verunglimpfen, wie am Bahnhof in Zizers (im Rheintal zwischen Landquart und Chur) ein weitgereister Maharadscha mit seiner Entourage nicht seinesgleichen sucht, sondern den Kräuterpfarrer Johann Künzle.

Buchbesprechung aus dem Literaturblog Literaturblatt.ch
29. Juni 2017

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Das bewegte Leben des Kräuterpapstes

In ihrem fundierten biografischen Roman «Uns Menschen in den Weg gestreut» zeichnet Marianne Künzle ein farbiges Zeitbild des bekannten Naturheilkundlers Pfarrer Künzle.

Rezension aus der Berner Zeitung BZ
27. Juni 2017

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Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857–1945)

Johann Künzle ist neben Sebastian Kneipp der bedeutendste Kräuterpfarrer im deutschsprachigen Raum. Er gehört zu den Wegbereitern der modernen Pflanzenheilkunde. International bekannt wurde er spätestens 1919, als in der Schweiz Tausende, weltweit Millionen von Menschen an der Spanischen Grippe starben – nur in der Sankt Gallischen Pfarrgemeinde Wangs starb niemand, denn hier tranken alle eine von Künzle angefertigte Teemischung.

Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer nutzt Johann Künzle sein immenses Wissen über Pflanzen, er behandelt Kranke mit Kräuteranwendungen und motiviert seine Besucher zur Selbsthilfe. Dank ihm wird das Kräutersammeln in der armen ländlichen Gemeinde zum florierenden Geschäft, viele Dorfbewohner finden ein zusätzliches Auskommen. Ein Volksbad wird errichtet, es entsteht ein Kräutermarkt mit nationaler Ausstrahlung, selbst ein Kurhaus wird gebaut. Künzles Büchlein «Chrut und Uchrut» (1911) avanciert zum internationalen Bestseller. Aber nicht alle sehen das gerne: Neider schwärzen Künzle beim Bischof an.

Auch Doktor Pradin, motiviert durch eine private Angelegenheit und durch Künzles Kritik an der modernen Medizin, hegt eine Abneigung gegen den Dorfpfarrer. Der Vorwurf der Kurpfuscherei und abergläubischer Pendel-Methoden wird lauter.

Marianne Künzle, trotz Namensgleichheit nicht mit dem Pfarrer verwandt, widmet sich in ihrem sorgfältig recherchierten historischen Roman den bedeutsamen Jahren von Künzle und zeichnet ein vielschichtiges Bild des umtriebigen Pfarrers, der politischen Debatte, die sein Schaffen auslöst und einer bewegten Epoche.